Die Legende Autohaus Jänen

Wer Citroen liebt und sich mit Oldtimern beschäftigt, kennt das Autohaus Jänen, das einen Fundus mit über vierzig schlafenden Autos und tausende Ersatzteile von 1955 – 2000 bereit hält. Das Autohaus Jänen galt als Geheimtipp einst sogar als Dornröschen des Jahres, das meist nur findige Insider wachküssten. 1960 eröffnete der 27 jährige Meister Gerhard Jänen eine Tankstelle mit Kraftfahrzeugbetrieb in Waldbröl. Von Beginn an war  Citroën der Schwerpunkt des Betriebes, bereits 1965 wurde Jänen,  Citroën Händler und als A Händler einst sogar Bundesmeister.

In den Neunzigern gab Jänen seinen Citroen Vertrag auf. Seither offerierte Jänen nur an ausgesuchte Kunden seine Citroen. Gerhard Jänens Service für Stammkunden wurde auch ohne Citroen Flagge bis vor zwei Jahren weiter geführt. In diesem Jahr entschloss er sich mit fast 86 einen Nachfolger zu suchen. Die letzten drei GSA darunter sogar ein Break sind wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Man sieht ihnen besonders die Standzeit von rund 30 Jahren im Freien an.

Jänens Werkstatt ist für Schrauber an historischen Fahrzeugen ein Highlight

Das Ersatzteillager ist unvorstellbar. Neu Teile und unzählige Originalteile. Zum Staunen gibt  es von der 2CV Wellblechhaube oder Aluminiumhauben von der D Klasse. Da findet man nicht eine, sondern  gleich zehn. Für die ID-DS Modelle sind sowieso extrem viele Original Teile vorhanden. Das ist eine Seltenheit. Sogar SM Teile liegen noch originalverpackt im Lager. Bevor Fahrzeuge früher verschrottet wurden, zb. Unfallwagen, sammelte Jänen komplette Innenausstattungen der Fahrzeuge. Aber auch Zierleisten, Scheiben, Dichtungen und unzählige Kleinteile sind noch auf Lager.

Natürlich gibt es auch fast 20 2CV des weiteren auch Acadyane und AMI 8.  Verschiedene Citroen Cx Modelle u.a CX Prestige und Citroen CX 25 GTI Turbo 2. Ein Dutzend an Citroen XM Modelle überwiegend V6 darunter sogar zwei Vorführwagen aus 1989 mit 2437 Km und 5323Km. Eines der exklusivsten französischen Autos, Citroen 2CV Sahara-Ente steht jedoch nicht zum Verkauf. Der Historische C4 GI aus 1922, womit Hotelgäste gefahren wurden, wird hingegen verkauft. Der Erlös soll größtenteils an die Jänen Stiftung für Steyler Hilfsprojekte fließen. Gebote ab 60.000€ werden gerne entgegen genommen, am liebsten sieht Jänen selbst das restaurierte Vorkriegsmodell im Museum.

Die weiteren fast vierzig Fahrzeuge, welche Michael Kappenstein übernommen hat, stehen zum Verkauf, teils so wie sie sind; andere werden restauriert oder nach Kundenwünschen wieder hergestellt.

Jetzt da sich Jänen sozusagen in den Ruhestand begibt, wird er sich der ganz Fertigstellung und der Restauration seines Citroën A Model von 1918 widmen und Michael Kappenstein sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn mit fast 86  gar nichts mehr zu tun, geht für den Meister auch nicht.

Michael Kappenstein will das Objekt im Charme der 60er erhalten und hält nichts von großen Veränderungen am Objekt. Selbst die Historische Ausstattung soll so blieben, genau das Richtige für unsere historischen Fahrzeuge, die künftig nicht nur restauriert, sondern hier auch ausgestellt werden sollen.

Michael Kappenstein könnte sich vorstellen, dass dieser Ort künftig ein Treffpunkt für Fans von Young und Oldtimern wird.